Je älter ein Mensch wird und je mehr Krankheiten er aufweist, desto mehr Medikamente werden verschrieben – insbesondere wenn mehrere Spezialistinnen mitbehandeln, etwa Kardiologen, Rheumatologen oder Urologen. Dementsprechend sind Patientinnen oftmals polymediziert, haben also zu viele Medikamente. Teilweise sind auch ungeeignete Medikamente dabei, die zu Interaktionen und Nebenwirkungen führen.
Bei uns Hausärzt*innen laufen die Fäden zusammen: Wir halten die Medikamentenliste stets aktuell und prüfen bei jeder Konsultation, ob die Medikamente noch nötig sind. Dabei stützen wir uns auf internationale Ansätze wie die Priscus-Liste, die Beers-Liste und den MAI-Fragebogen.
Diese zehn Fragen stellen wir uns (MAI-Fragebogen)
- Gibt es eine Indikation für das Medikament?
- Ist das Medikament sinnvoll in diesem Gesundheitszustand?
- Ist die Dosis korrekt?
- Ist die Anwendung korrekt?
- Ist die Anwendung praktikabel?
- Gibt es signifikante Medikamenten-Medikamenten-Interaktionen?
- Gibt es signifikante Medikamenten-Krankheits-Interaktionen?
- Gibt es unnötige Doppelverschreibungen?
- Ist die Therapiedauer adäquat?
- Ist das Medikament die günstigste Alternative im Vergleich?
